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84% der Deutschen sind online

Insgesamt 84% der deutschen Bevölkerung (über 14 Jahren) sind inzwischen online. Das entspricht einem Zuwachs von drei Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr, der vor allem aus der zunehmenden Mobilfunknutzung resultiert. 68% der Bevölkerung nutzen die mobilen Netze (+4 Prozentpunkte). Das sind Ergebnisse der Studie "D21-Digital-Index 2018/19", mit der das Marktforschungsinstitut Kantar TNS jährlich den Digitalisierungsgrad der Deutschen misst.

Auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten habe die deutsche Gesellschaft damit einen mittleren Indexwert von 55 Punkten erreicht. Der Digital-Index steigt im Vergleich zum Vorjahr um 2 Punkte. Grund für den Zuwachs seien Steigerungen beim Zugang (+6 Punkte) und in der Kompetenz (+2 Punkte). Das Nutzungsverhalten dagegen nehme leicht ab (-1 Punkt). Die Offenheit gegenüber digitalen Themen bleibt laut Kantar gleich.

Mehr "digitale Vorreiter"

Der D21-Digital-Index teilt die Bevölkerung in verschiedene Nutzergruppen und -typen mit spezifischen Merkmalen ein. Den größten Zuwachs verzeichnet dabei die Gruppe der "digitalen Vorreiter", zu denen nun 37% der deutschen Bevölkerung zählen (+3 Prozentpunkte). Diese Gruppe gehe sehr offen und souverän mit den Anforderungen sowie den Errungenschaften der Digitalisierung um.

D21-DIGITAL-INDEX

Der D21-Digital-Index ist eine Studie des politischen Netzwerkes Initiative D21, für die das Marktforschungsinstitut Kantar TNS Personen mit deutschem Wohnsitz ab 14 Jahren in einer face-to-face-Erhebung, mit einem computergestützten persönliches Interview befragt. Dabei wurden 20.406 Interviews in Deutschland durchgeführt, davon 2052 mit vertiefenden Fragen.

Gleichzeitig schrumpft die Gruppe der "digital Abseitsstehenden" um vier Prozentpunkte auf einen Anteil von 21%. Das entspricht etwa 13 Millionen Menschen. Die größte Gruppe sind nach wie vor "digital Mithaltende" mit 42% (+1 Prozentpunkt), dies entspricht etwa 27 Mio. Deutschen.

Digitale Spaltung wächst

Im Hinblick auf sozioökonomische Faktoren zeigt sich eine "digitale Spaltung". Auch wenn Teile der älteren Generationen aufholen, sind die Jüngeren nach wie vor digital weitaus aktiver. Aus der Studie geht hervor, dass derzeit 79% der 60- bis 69-Jährigen und 45% der über 70-Jährigen in Deutschland online sind. Fast alle Deutschen unter 50 Jahren sind zumindest ab und zu online.

Höher Gebildete haben im Schnitt einen deutlich höheren Digitalisierungsgrad als Menschen mit niedriger formaler Bildung. Außerdem führt Berufstätigkeit generell, insbesondere aber Schreibtischtätigkeit, zu einem höheren Digital-Index. "Es müssen mehr Anreize geschaffen werden, dass die Digitalisierung nicht an den Menschen mit niedrigerem Bildungsstand und an den ländlichen Regionen vorbeigeht. Die Antwort kann nur sein, noch stärker in die Köpfe der Menschen zu investieren – dies muss vor allem in den Schulen beginnen und sich konsequent im Berufsleben fortsetzen. Hier sind vor allem Politik, aber auch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber gefragt", resümmiert Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21.

Mehr Druck durch Digitalisierung

Knapp die Hälfte der Berufstätigen geht davon aus, dass sich ihr Beruf in der näheren Zukunft spürbar durch die Digitalisierung verändern wird. Während 38% darin Chancen für neue Jobentwicklungen sehen, fühlen sich 41% der Befragten durch die Digitalisierung einem ständigen Lern- und Anpassungsdruck ausgesetzt. Der Aussage "Lebenslanges Lernen bildet die Voraussetzung für beruflichen Erfolg" stimmen 84% der Berufstätigen zu.

Mobiles Arbeiten bleibt die Ausnahme

Nur 16% der Studienteilnehmer arbeiten nach eigenen Angaben gelegentlich orts- oder zeitunabhängig. Ein Hauptgrund ist, dass das Unternehmen dies nicht ermögliche, sagt ein Viertel von ihnen. Genauso viele haben kein Interesse daran. Für mehr als die Hälfte ist flexibles Arbeiten im eigenen Tätigkeitsfeld generell nicht möglich.

Gefälle zwischen Stadt und Land

Die Studie zeigt deutliche Unterschiede im Digitalisierungsgrad der Bevölkerung in Großstädten im Vergleich zu ländlichen Regionen: So hat die Großstadtbevölkerung mit 58 Indexpunkten einen um fünf Punkte höheren Digital-Index als die Landbevölkerung. Menschen in der Großstadt nutzen das Internet länger, vielfältiger und häufiger. Die Kompetenzen sind höher, und die Offenheit ist deutlich größer. Gründe dafür seien laut Kantar unter anderem eine jüngere Bevölkerung in den Städten, ein durchschnittlich höherer Bildungsgrad und mehr Vollzeit-Erwerbstätige als im ländlichen Raum.

Unterschiede beim Zugang zum Internet zeigten sich der Studie zufolge kaum. Insbesondere der Anteil beruflicher Internetnutzer ist in den Großstädten deutlich höher. Zudem werden die Vorteile an Flexibilität und räumlicher Unabhängigkeit durch Telearbeit, Homeoffice oder mobiles Arbeiten, die in der ländlichen Region stärker greifen könnten, mehr in den Großstädten realisiert.