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Social Media schafft Business-Mehrwert

Social-Media-Kanäle wie Facebook, Instagram oder YouTube sind ein fester Bestandteil des Alltags. Sie werden auch zunehmend für den stationären Einzelhandel bedeutsam. Bei vielen Händlern besteht jedoch große Unsicherheit darüber, wie man sie verkaufsfördernd einsetzen kann. Online-Expertin Simone Schreier zeigt auf, wie Social Media zum erfolgreichen Verkaufskanal wird.
Von Kirsten Reinhardt

Zwischenzeitlich sind gut ein Drittel aller Fashionprofis auf Online-Marketing-Plattformen aktiv, statt teure Werbung in Zeitungen zu schalten oder Prospekt zu streuen. Und ein Ende ist nicht in Sicht. „Online kommunizieren und Offline verkaufen. Das ist das Erfolgskonzept für den Modehandel“, ist Simone Schreier, Online- Expertin von der Agentur Now Communication aus Aichach, überzeugt. Seit Jahren führt sie strategische Social Media-Workshops durch und berät Modehändler und Modemarken bei ihren Online-Strategien. Aus der Vielzahl der verschiedenen Online-Kanäle gilt es, die relevanten für die eigene Zielgruppe auszuwählen. „Nach wie vor ist Facebook mit 30 Millionen Nutzern der am meisten genutzte Kanal in Deutschland, wenn auch mit stagnierendem Marktanteil. YouTube wächst langsam aber stetig auf Basis hoher Userzahlen. Instagram mit 15 Millionen Usern nutzt die Generation der Digital Natives (14- bis 29-Jährige) am intensivsten“, weiß Schreier aus Studien.

Online immer aktuell sein
Im ersten Schritt sollte die Website optimiert und regelmäßig aktualisiert werden. Nichts langweilt einen Leser unter „Aktuelles“ mehr als Events oder Modetrends, die bereits vorbei sind. Immerhin informieren sich insgesamt mehr als die Hälfte der Endverbraucher vorab online, ehe sie ein stationäres Geschäft betreten. Facebook, Instagram und WhatsApp bei persönlichen Kontakten werden gemeinsam mit der Webseite, klassischen Werbemaßnahmen und Verkaufsförderung zu einem dichten Netz verwoben, durch das kein Kunde mehr zu schlüpfen vermag. Und so ist die Herausforderung meist nicht die Grundsatzentscheidung des „ob“, sondern des „wie“ und „wie oft “ und nicht zuletzt des „was geht noch“. Die Herausforderung liegt für die Marketingverantwortlichen im Ausreizen des Social-Media-Mixes, um Neukunden zu gewinnen, Stammkunden zu binden, die Frequenz zu steigern und die Wiederkehrrate der Kunden zu beeinflussen. Best-Practice-Cases zeigen in zahlreichen Beispielen, wie Social-Media-Tools weit über die bisherige Vorstellung der Teilnehmer nutzbar sind.

Relevante Fashiontrends als Mehrwert
Wer professionell agiert, sollte einen Redaktionsplan erstellen, damit die Beiträge als Mix zwischen Modeinfo, Ware und Emotionen abwechslungsreich funktionieren. Es sollte immer ein kleiner Text geschrieben werden, das Bild aber wenig oder keinen Text oder Werbungslogans enthalten. Bei Videos gilt: für Facebook Querformat, bei Instagram Hochformat. Der Mehrwert für die User ist, dass die Fashiontrends für die Zielgruppe übersetzt werden, beispielsweise:

  • Inspiration: aktuelle Modetrends mit Bild oder Video, Styling-Ideen an der Figur fotografieren und den passenden Schuh oder Schmuck dazu: ...wie Layering mühelos gelingt, ...Megateile unter 200 Euro
  • Emotion: Mitarbeiter-Stories, Kunden präsentieren ihre Outfits, Insights, caritative Aktionen
  • Spaß: Gewinnspiele, Einladung zu Events oder Aktionen
  • Information: Haus und InhaberIn, Marken, Werbe- und Aktionspläne, News von der Messe

Online-Werbung ohne Streuverluste

Während Händler, die ausschließlich auf klassische Werbung setzen, immer längere Gesichter machen, jubeln Multichannel-Pioniere über Frequenz, Likes, Fans und Interaktionsraten. Gezielt Werbung bei Facebook zu schalten, funktioniert über den sog. Business Manager. Simone Schreier empfiehlt: „Dafür muss zuerst ein Werbeanzeigenmanager erstellt werden – nur auf den Button „Beitrag bewerben“ zu klicken, verursacht viel zu hohe Streuverluste.“

  1. Zieldefinition
  2. Zielgruppe auswählen
  3. Platzierung festlegen
  4. Budget und Zeitplan hinterlegen
  5. Budget abhängig von Dauer und potenzieller Reichweite auswählen
  6. Interaktionen wählen z.B. bei Gewinnspielfragen

Die Auslosung des Gewinners erfolgt über die sog. „Glücksfee-Funktion“ von Fanpagekarma, damit die Teilnahmebedingungen, gesetzlichen Richtlinien und Datenschutzverordnung gewahrt werden (www.fanpage-karma.com/ facebook-promotion). Zudem können Veranstaltungen kostenlos erstellt, aber auch beworben werden. Sogar die Erstellung eines Shops ist bei Facebook möglich. Wie das alles genau funktioniert, kann man sich bei Youtube per Video anschauen.

Werbungskosten mit Social Media minimieren

Im Vergleich zu anderen Werbeträgern seien die Kosten gering. „Besser kann man sein Geld nicht anlegen“, so die Expertin von Now und nennt ein Beispiel: „Ein Kunde von uns, das Modehaus Juhasz aus Bad Reichenhall, warb zur Neueröffnung ausschließlich online auf Facebook, als wichtigste Plattform neben Instagram. Es wurden mit dem Einsatz von 150 Euro für die erste Ankündigungswerbung durch ein Gewinnspiel 32.227 Personen erreicht. Drei Fragen wurden gestellt und jeweils beworben. Das Gesamtergebnis: 129.671 Personen wurden in einer Woche mit insgesamt 450 Euro erreicht. Es gab 2.231 Beitragsinteraktionen (Likes, Kommentare, Shares). Der Kunde war überrascht über den super Erfolg“, so Simone Schreier.