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Retail

Hotspot für die digitale Retail Technology

Die euroCIS 2019 ist die führende Fachmesse für Handelstechnik. Mehr als 460 etablierte Aussteller und Start-ups präsentierten die Trends an digitalen Lösungen und innovativen Produkten. es geht um die Verzahnung von Online-Funktionalitäten und mobilen Tools mit den Bedürfnissen und Gegebenheiten im stationären Handel.
Von Kirsten Reinhardt

Mit dem Messe-Hotspot „Start-up hub“ ging die Düsseldorfer EuroCIS im Februar in die zweite Runde. Vorgestellt wurden die Trends der Retail Technology, zum Beispiel im Bereich mobiles Bezahlen. Das Start-up Unternehmen Rapitag, München, zeigte ein bequemes und sicheres Shoppingerlebnis im Bekleidungseinzelhandel. Ein Kunde sucht sich sein Outfit, zahlt selbst mit dem Smartphone, ohne dass der Fashionhändler sich Sorgen über Diebstahl machen muss. Dafür wurde eine neuartige Diebstahlsicherung entwickelt, die sich automatisch öffnet, sobald das Produkt bezahlt wird. Sprich: Rapitag bietet einen mobilen Self-Checkout, indem der klassische Diebstahlschutz mit Payment verbunden wurde. Der Kunde braucht weder einen zentralen Kassenterminal noch Verkaufspersonal. Die Sicherung selbst bleibt im Laden, wird wiederverwendet und der Kunde kann einfach das Geschäft mit seinen Käufen verlassen.

Mobile Bezahlprozesse per ESL
Einen anderen Ansatz mit ähnlichen Zielen zeigte Branchenprimus Wirecard AG, Asch-heim, in Verbindung mit SES-imagotag. Das mobile Bezahlen läuft über neue Funktionen von Elektronischen Preisetiketten (ESL) und einem damit verbundenen Bezahlprozess wie im E-Commerce. Im Modehandel sind das Fashion-Tags, die direkt an der Ware befestigt werden. Alexander Hahn, Vice President POS Retail Solutions von Wirecard, erklärte: „Wenn ein Kunde das ESL mit dem Smart-phone ansteuert, sendet es Produktinformationen, wie Preis und Material, an eine App oder Web-URL. Der Kunde entscheidet dann, ob er den Artikel haben will. Wenn ja, kann er hierüber mobil den Checkout vornehmen. Wenn der Kunde bezahlt hat und die Transaktion positiv autorisiert wurde, wird sie in der App mit einer Pushnachricht bestätigt, die er beim Rausgehen vorzeigen kann. Der Einzelhändler kann so stichprobenartig den Einkauf kontrollieren.“

Innovationen für die Modebranche
Auch Online-Shops müssen permanent an ihrer Performance arbeiten, zum Beispiel mit der Integration des „Size Advisor“ von Fision aus der Schweiz. Damit kann der Benutzer ein individuelles Körperprofil mit praktisch jedem Smartphone oder jeder Webcam erstellen. Der Berater berechnet aus Körpergröße und Live-Bildern die ideale Konfektionsgröße. Das Tool kann in jeden Online-Shop integriert werden, heißt es. Die Body Profiling Technologie ermöglicht die Bewertung unterschiedlicher Körpereigenschaften wie Figur, Körperhaltung und Größenverhältnisse sowie die Erstellung eines persönlichen 3D-Avatars. Mit Hilfe einer Empfehlungsfunktion werden Produkte identifiziert, die auf den Nutzer individuell abgestimmt sind. Zudem hat er die Möglichkeit, Kleidungsstücke virtuell anzuprobieren.

Roboter Tory entlastet Mitarbeiter
Künstliche Intelligenz liefert der Roboter von MetraLabs aus Ilmenau: „Tory“ sieht eigentlich ganz nett aus und sorgt für Ordnung in den Regalen und eine vollautomatisierte Bestandsaufnahme, zum Beispiel bei Adler Moden. Das funktioniert so: Der Roboter fährt jede Nacht durch die Gänge und scannt die RFID-Tags der Artikel, um Anzahl und Position zu erfassen. Zudem fotografiert Tory Bilder von Regalen, die dann auf Regallücken und Fehlplatzierungen analysiert werden. Damit sollen die Mitarbeiter entlastet werden und sich voll und ganz auf die Kunden konzentrieren.