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  • Lexikon

Strick, das Lieblingskind der Saison

Auch die Herbst/Wintersaison 2016/2017 kann sich noch nicht auf wenige starke Trends konzentrieren. Nach wie vor scheint die Vielfalt der Optionen den Vorrang vor klaren Linien zu besitzen. Dennoch zeichnet sich in ersten Anfängen ein Wechsel in den Proportionen und im Gesamtlook ab und da ist Strick das ideale Material, um neue Looks, Farben und Strukturen zu testen.

Haarig wird's und flauschig. Struktur ist ein wichtiges Thema, das sich über die Musterung von fein bis grob, aber vorwiegend über die Garne erreichen lässt. Hier waren die Textiltechniker gefragt, Matt-/Glanz-Effekte, unterschiedliche Garnstärken und -arten oder verschiedene Farben miteinander zu kombinieren. Bouclégarne verbinden sich mit Bändchen- oder Flammengarnen, flauschige Garne mit glatten oder metallisierten, bedruckte mit Melangen. Das Material dafür ist genauso vielfältig wie die Effekte. Synthetische Garne bilden oft die Seele der Effektgarne aus Naturmaterialien. Mohair ist gefragt wegen seiner wärmenden Leichtigkeit, aber auch wegen seiner Haarigkeit.

Outdoorstrick wird forciert. Voluminöse, warme Strickmäntel in starken Farben und Mustern waren die Lieblinge der Designerschauen. Aber auch überdimensionale Zopf- und andere geometrische Muster, die an die irischen Aranmuster erinnern und netzähnliche Strukturen sind ein Thema für Outdoor und die neu interpretierten Riesenschals und Überwürfe, gerne in Off-White oder Sturmgrau.

Indoor findet sich eher meist schlichter Feinstrick, gerne aus edlem Cashmere oder Garnen im Cashmere-Look und -Feel, auch für Strickkleider. Auch Chenillegarne mit ihrer samtigen Oberfläche sind ein Winterthema. Aufpassen muss man bei allzu Zotteligem, damit es nicht so wirkt, als hätte man den häuslichen Flokati-Teppich zum Kleidungsstück umgewidmet. Als Ausschnitt-, Kragen-, Ärmel- und Saumbetonung sind langhaarige Puschel als Fortschreibung des sommerlichen Hippy-Looks jedoch erlaubt. Saumlange Chasubles sind aktueller als Westen. Tragefreundliche Viskose tarnt sich im Cashmere- oder Lambswool-Look. Baumwolle wird mit Polyacryl wintertauglich.

Ajour / Ajouré

Sammelbezeichnung für durchbrochene Web- oder Maschenware für Bluse, Shirt, Kleid.

Alpaka

Feines Edelhaar eines höckerlosen Andenkamels.

Angora

Haare des Angorakaninchens. Wird in Mischung mit Wolle eingesetzt und bildet in der fertigen Strickware Stichelhaare.

Army-Shirt, Henley

Im zweiten Weltkrieg war das kragenlose T-Shirt mit kurzer Knopfleiste Unterkleidung der amerikanischen GI‘s.

Baumwolle

Wird in Kombination mit Polyacryl winterwarm.

Boxer-Shirt, Ringer-Shirt

Ärmelloses Shirt mit extrem eingezogener Schulterpartie, auch im Rücken überkreuzt. Für mehr Beweglichkeit der Arme.

Camel

Kamelhaar. Das feine Edelhaar der Trampeltiere.

Cardigan

Geknöpfte oder verschlusslose Strickjacke. Klassisch hüftlang mit V-Ausschnitt und Bündchenabschluss. Modisch auch mit Schalkragen oder Rollkanten in verschiedenen Längen.

Cashmere

Die Luxusvariante gewichtsloser Leichtigkeit aus dem Unterbauchfell kälteresistenter Himalayaziegen.

Doppelripp

Deutlich gerippte Maschenware mit mindestens zwei linken Maschenstäbchen zwischen den rechten Rippenmaschen.

Druck-Shirt

Das Shirt wird mit Applikationen versehen, bedruckt und verziert. Die Prints können Mode oder Gesinnung repräsentieren.

Feinripp

Feine rundgestrickte Maschenware ähnlich Single Jersey.

Flachstrickware

Handstrickähnlich reihenweise hin und hergehender Faden zur Maschenbildung. Maschen entstehen hintereinander.

Fleece

Aus Maschenware durch Rauverfahren gebildete Faserpelzware, hochwertig aus Mikrofasern oder mit Beimischung von Naturfasern.

Fully fashioned

Auf der Flachstrickmaschine in der Form des späteren Kleidungsstücks gestrickt.

Gilet, Weste

Eng anliegend, meist taillenlang und ärmellose, aber auch mit Halbarm und in Hüftlänge in der DOB. Mit Knopf- oder Reißverschluss. Aus konfektionierter Maschenware oder Strick.