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Steuererklärung: Teilwertabschläge stichhaltig begründen!

In vielen Mode- und Textilfachgeschäften steht derzeit die Bewertung des Warenlagers für die steuerliche Ermittlung des Gewinns für 2016 an. Dabei ist die Festlegung der Teilwertabschläge nach wie vor ein zentraler Streitpunkt im Falle von Betriebsprüfungen durch das zuständige Finanzamt. Den BTE erreichen immer wieder Meldungen aus dem Handel, dass viele Prüfer sich schwer tun, Mode-bedingte Abwertungen zu akzeptieren. Insbesondere die pauschalen Abwertungen allein nach Altersklassen führen immer wieder zu Streitigkeiten mit dem Finanzamt. Mitunter wird sogar der Ansatz von Teilwertabschlägen gänzlich abgelehnt.

Die Abschläge sollten also gut begründet werden. Um steuerlich anerkannt zu werden, müssen Prognosen hinsichtlich der zu erwartenden Preissenkungen und des Umfangs des betroffenen Warenbestands durch betriebliche Unterlagen belegt werden. Dazu müssen Aufzeichnungen über die tatsächlichen Preisherabsetzungen geführt werden. Der Bundesfinanzhof hat in diesem Zusammenhang nach Artikeln und Gängigkeitsgruppen gegliederte Minuslisten akzeptiert, in denen die Preisabschläge festgehalten sind. Die Aufzeichnungen müssen dann erkennen lassen, inwieweit die Reduzierungen auf die am Bilanzstichtag vorhandenen und auf die erst später hinzugekommenen Waren entfallen.

Um darüber hinaus den Modewechsel und damit die Notwendigkeit von Preisreduzierungen zu dokumentieren, kann das Sammeln von entsprechenden Zeitschriftenartikeln und Reduzierungsanzeigen sinnvoll sein. Darüber hinaus kommen als Nachweise in Betracht: geänderte Preisschilder, Inventurverzeichnisse, Verzeichnisse über Altwarenprämien und Vernichtungsprotokolle bzw. –listen für ausgesonderte Waren.

Wichtig: Eine Argumentationshilfe sind in diesem Zusammenhang auch Vergleichswerte aus der Branche. Hier bietet der BTE zwei Möglichkeiten an:

  • Bereits Ende 2015 startete eine Umfrage über Teilwertabschläge im Modehandel. Hier melden Textileinzelhändler ihre angesetzten Teilwertabschläge ab 2010 - zum Teil auch durchgesetzte Werte ab 2005 – und erhalten im Gegenzug die anonymisierten Einzelwerte der Kollegen sowie die Durchschnitte. Die Teilnahme ist kostenfrei und jederzeit möglich. Der Fragebogen „Teilwertabschläge“ steht im hier bereit.
  • Ebenfalls kostenfrei ist die Teilnahme am aktuellen BTE-Jahresbetriebsvergleich, in dem u.a. der angesetzte Teilwertabschlag für 2016 erhoben wird. Einsendeschluss dafür ist der 1. Juli 2017, die Auswertung erfolgt spätestens im August. Der Fragebogen steht hier bereit oder kann beim BTE angefordert werden.

Hinweis: Die Werte des BTE-Jahresbetriebsvergleichs für 2015 sind – neben anderen statistischen und fachlichen Brancheninformationen – im BTE-Taschenbuch 2017 veröffentlicht.