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Saks Off 5th: Edel-Outlets machen Wettbewerb auf dem Textilmarkt noch härter

Der Wettbewerb auf dem deutschen Textilmarkt ist schon jetzt hart. Doch wird er wohl noch ein Stück härter werden. Denn am Donnerstag eröffnet der kanadische Kaufhof-Eigentümer Hudson's Bay Company (HBC) in Düsseldorf die erste deutsche Filiale seines Edel-Outlets Saks Off 5th. Fast 40 weitere Geschäfte sollen in den nächsten Jahren folgen. Vor allem klassischen Modehändler dürften unter der neuen Konkurrenz leiden, glauben Experten.

Saks Off 5th holt den Markenoutlet von der grünen Wiese in die Innenstädte – und setzt dabei auf ein spürbar wertigeres Konzept als der deutsche Offprice-Marktführer TK Maxx.

Der Flagship-Store in Düsseldorf bietet auf fünf Etagen und mehr als 3900 Quadratmetern Markenbekleidung, Accessoires, Schuhe, Schmuck und Dekorationsartikel aus nicht mehr ganz aktuellen Kollektionen mit deutlichen Rabatten auf den empfohlenen Verkaufspreis an. Es gibt einzelne Stücke von Topdesignern wie Dolce & Gabbana, Prada und Armani. Doch insgesamt überwiegen weniger glamouröse Marken. Für den richtigen Mix ist Chefeinkäuferin Berta Bartsch zuständig, die zuvor bei TK Maxx arbeitete.

Oft sind Teile nur in einzelnen Größen vorhanden. Was weg ist, ist weg - und kommt wohl auch nicht wieder rein. Chefeinkäuferin Berna Bartosch findet das positiv: "Durch häufige Wechsel in unserem Sortiment wird Einkaufen bei Saks Off 5th zu einer Entdeckungsreise", meint sie. Europa-Chef Wayne Drummond betont, er sehe "großes Potenzial" für die neue Kette.

Auch Branchenkenner Joachim Stumpf von der Münchner Handelsberatung BBE hält das Modell für erfolgversprechend: "Konzepte, die den Preis in den Mittelpunkt stellen, werden vom Verbraucher gut angenommen", sagt er. Vor allem klassische Modehändler müssten Umsatzeinbußen befürchten. "Durch neue Konzepte wie Saks Off 5th wird nicht mehr verkauft. Der Verdrängungswettbewerb im deutschen Textilhandel wird lediglich noch weiter verstärkt", meint Stumpf.

Dabei kämpft der klassische Modehandel, der unter einem Dach eine Vielzahl verschiedener Marken anbietet, schon seit Jahren ums Überleben. Seit 2000 sank sein Marktanteil nach einer aktuellen Studie des BBE und des Instituts für Handelsforschung (IFH) von 47,7 auf 26,2 Prozent. Gewinner waren Anbieter wie Primark, H&M und Zara, die Herstellung und Verkauf in einer Hand vereinen. Sie und die Markenstores der Hersteller verdoppelten ihren Marktanteil von 18,5 auf mehr als 36 Prozent.

Mit seinem Outlet-Konzept ist der Kaufhof-Eigentümer allerdings nicht alleine. Der Erfolg von Fashion Outlet Centern auf der grünen Wiese und Billiganbietern wie TK Maxx lässt auch den Konkurrenten Karstadt nicht ruhen.

Die Essener Warenhauskette will noch in diesem Jahr ein Outlet-Pilotprojekt starten. Dabei will Karstadt mit Online-Partnern auf speziellen Flächen in den Filialen stark preisreduzierte Stücke bekannter Bekleidungsmarken anbieten. Damit könnten zusätzliche Kundengruppen in die Warenhäuser gelockt werden, ist Konzernchef Stephan Fanderl überzeugt.

Jetzt ist erst einmal der Kaufhof-Mutterkonzern HBC am Zug. Bereits in den nächsten Wochen sollen vier weitere Saks Off 5th-Filialen in Frankfurt, Wiesbaden, Heidelberg und Stuttgart eröffnet werden.

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