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ONLINE-UMSATZ STEIGT UM FAST 11%

Im vergangenen Jahr wurde laut Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (Kurt Salmon) erstmals jeder achte Euro im Einzelhandel im ECommerce erwirtschaftet. Die Kategorie Bekleidung wächst dabei mit knapp 6% allerdings deutlich langsamer als in den Vorjahren und als alle anderen Kategorien.

Das Wachstum ist zwar wieder zweistellig, aber nur knapp: Insgesamt ist der Brutto-Umsatz mit Waren im E-Commerce 2017 um 10,9% auf 58,47 Mrd. Euro gestiegen. Die Kategorie "Bekleidung inklusive Schuhe" ist dabei mit 15,59 Mrd. Euro noch immer mit Abstand die stärkste Kategorie, wächst aber mit einem Plus von 5,8% deutlich langsamer als alle anderen, die deutlich zweistellig zulegten.

So wuchsen die Warengruppen Unterhaltung um 21% auf 4,5 Mrd. Euro, Einrichtung um 20% auf 8,6 Mrd. Euro, Freizeit um 12% auf 7,2 Mrd und "täglicher Bedarf" um 14% auf 3,8 Mrd. Euro. Schuhe allein legten auch stärker zu als Textlien und verzeichneten ein Plus von 7,1% auf 3,83 Mrd. Euro.

Insgesamt sind nach Verbandsangaben die Umsätze der eigenständigen Online- und Multichannel-Händler deutlich stärker gewachsen als das Geschäft über Online-Marktplätze, die weiterhin wichtigste Kauf-Orte im Internet bleiben. Unternehmen, die über mehrere Vertriebskanäle verfügen, konnten ihre E-Commerce-Einnahmen um 21% auf 20,1 Mrd. Euro steigern. Daran hatten laut bevh Anbieter, die aus dem stationären Einzelhandel kommen, den größten Anteil. Sie erzielten 2017 ein Plus von 26,2%. Die Onlinemarktplätze konnten ihr Volumen nur um 4,4% auf 27,9 Mrd. Euro steigern. Online-Pure-Player legten fast 1 Mrd. Euro auf 8,56 Mrd. Euro zu.

"Mit Web-Exzellenz ist der Fachhandel in der Lage, sowohl neben als auch in Kooperation mit Marktplätzen nicht nur zu bestehen, sondern sogar zu wachsen. Handel kann sich auch ohne den Ruf nach staatlicher Regulierung behaupten", resümmiert bevh-Präsident Gero Furchheim. Er sieht gute Perspektiven für eigenständige Händler in kleineren Städten. So kämen fast 60% des E-Commerce-Umsatzes von Bestellungen in Kommunen mit weniger als 50.000 Einwohnern. Dort ist der Umsatz im Jahr 2017 überproportional um 17,1% gewachsen.

"Heute unterscheiden sich Stadt- und Landbevölkerung nicht mehr in ihrem Online-Einkaufsverhalten. Das Internet ist für die Bevölkerung in strukturschwachen Räumen der Garant dafür geworden, überall gleichwertige Lebensverhältnisse realisieren zu können", begründet Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bevh. So zeige auch eine Analyse am Beispiel der Hansestadt Hamburg, dass die Paketzustellungen aus dem Online- und Versandhandel tatsächlich nur einen sehr geringen Teil der täglichen Lieferverkehre verursache. Die tägliche Verkehrsbelastung werde deutlich stärker von B2B-Lieferverkehren aus stationärem Einzelhandel und Gastronomie beeinflusst. "Die Zahlen zeigen: Selbst unter Berücksichtigung der zu erwartenden Wachstumsraten im E-Commerce und der Zunahme von Paketzustellungen ist somit der Onlinehandel nicht die Ursache eines wohlmöglich drohenden Verkehrskollapses innerhalb der deutschen Metropolen," erklärt der Hamburger Logistik-Experte Horst Manner-Romberg, der die Verkehrsströme untersucht hat.

Der gesamte Online- und Versandhandel mit Waren und Dienstleistungen hat 2017 einen Brutto-Umsatz von 78,14 Mrd. Euro erreicht und ist um 7,9% gegenüber Vorjahr gewachsen. Für diesen Gesamtmarkt des Interaktiven Handels rechnet der bevh im Jahr 2018 mit einem Wachstum von 8,3% auf ca. 67,3 Mrd. Euro brutto. Dabei erwartet der Verband erstmals keine zweistelligen Zuwächse im E-Commerce. Er prognostiziert für Online-Händler im laufenden Jahr eine Umsatzsteigerung von 9,3% auf rund 63,9 Mrd. Euro.