No. 1 in Pronto Moda in Germany

SUXXESS MESSAGE

Ladenmieten sinken - aber nicht überall

Im vergangenen Jahr beobachteten die Immobilienberater von JLL) in 185 deutschen Einzelhandelsmärkten einen Rückgang der Spitzenmieten bei Neuabschlüssen um durchschnittlich 2,6%. Vor allem in kleineren Oberzentren und in Berlin sanken die Mieten. Gleichzeitig geht in der Textilbranche der Anteil der Neuvermietungen weiter zurück.

Im Branchenvergleich hat die Textilsparte mit 290 zwar die meisten Abschlüsse beigesteuert, allerdings sank der Anteil der neu vermieteten Flächen auf 28%. Vor einigen Jahren hatte konnten hier laut JLL noch Anteile von bis zu 40% erreicht werden. Den Start neuer Konzepte wie die junge H&M-Marke Arket und der japanische Modedesigner Miniso sehen die Immobilienexperten in diesem Zusammenhang als Versuch, dem Druck des Online-Handels etwas entgegenzusetzen. Insolvenzen und Umsatz-Rückgänge im stationären Modegeschäft hätten zum Sinken der Ladenmieten beigetragen.

"Einzelhandelsmieten stehen immer in direktem Zusammenhang mit Umsätzen, die auf den jeweiligen Flächen erzielt werden. Insbesondere der Online-Handel entzieht dem klassischen Einzelhandel Umsätze. Der Druck auf die Margen der Einzelhändler ist nun bei den Spitzenmieten angekommen", erklärt Dirk Wichner, Head of Retail Leasing JLL Germany.

Die größten Rückgänge seien insbesondere in kleineren Oberzentren im Umfeld anderer einzelhandelsstarker Märkte zu beobachten. Mietpreise in den meisten Großstädten stabil Dagegen gaben in den Metropolen der sogenannten Big 10 die Ladenmieten im Schnitt nur um 1% nach. Am meisten sanken die Spitzenmieten in der Berliner Tauentzienstraße mit einem Minus von 6% auf einen Quadratmeterpreis von 330 Euro. Ähnlich starke Rückgänge gab es nur an der Georgstraße in Hannover, wo die Mieten um 5% auf 190 Euro sanken.

Köln ist der einzige Standort unter den zehn größten deutschen Städten, der im betrachteten Zeitraum einen leichten Anstieg um 5 Euro auf 260 Euro pro m² verzeichnete. Dagegen blieb das Spitzenmietniveau unverändert in München mit 360 Euro, Frankfurt mit 310 Euro, Düsseldorf mit 290 Euro, Hamburg mit 280 Euro, Stuttgart mit 270 Euro, Nürnberg mit 160 Euro und in Leipzig mit 120 Euro.

Für die erste Jahreshälfte 2018 geht JLL mit Ausnahme Hannovers, wo ein leichter Rückgang erwartet wird, von stabilen Spitzenwerten den Top-Metropolen aus. Weniger neu vermietete Flächen Auch bezogen auf die vermieteten Flächen verzeichnen die Analysten rückläufige Zahlen: Mit einem Gesamtergebnis von 448.200m² bei 1055 Mietvertragsabschlüssen ergibt sich ein Minus von 7% beim Flächenvolumen gegenüber 2016. Die Zahl der Abschlüsse ging aber insgesamt mit nur 2% im Gesamtmarkt deutlich weniger zurück als in der Textilbranche.

Der Anteil der Big 10 am Gesamtvermietungsumsatz sank auf 28%. "Einer der Gründe ist, dass in den Metropolen vor allem kleine und mittlere Flächen mit weniger als 1.000 m² vermietet wurden. Nur noch 29% und damit nicht mal ein Drittel der Anmietungen entfiel in den Big 10 auf das Segment größer als 1000m²", begründet Wichner. Deutschlandweit steuerte diese Größenklasse hingegen genau die Hälfte des Umsatzes bei. Gerade in den Großstädten gehe es also überproportional kleinteilig zu.

Die Städte Düsseldorf (16.900m²) und München (15.600m²) sowie auf einem anderen Niveau Leipzig (8.100m²) und Hannover (2.900m²) konnten als einzige Metropolen ihr Vorjahresergebnis steigern – damit lag Düsseldorf als einzige Metropole knapp über dem eigenen Fünf-Jahresschnitt. Die anderen sechs Großstädte verloren. Dazu zählt auch das nach absolutem Flächenumsatz führende Berlin mit 24.100m², das sind ein Drittel weniger als noch 2016.