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Jeder zweite Euro wird bargeldlos gezahlt

Der mit Bargeld gezahlte Anteil am gesamten Umsatz im deutschen Einzelhandel sinkt. Das Bezahlen per Karte wird hingegen immer beliebter. Laut einer Untersuchung des EHI Retail Institutes in Köln legte der kartengestützte Umsatz 2017 deutlich zu – nämlich um knapp 10 Mrd. Euro auf insgesamt 196,8 Mrd. Euro. Das entspricht einem Anteil von rund 47% am Gesamtumsatz im Einzelhandel in Höhe von 420 Mrd. Euro.

Stärkster Umsatztreiber bei den Karten ist laut der Studie die Girocard (ehemals EC-Karte). 9,4 Mrd. Euro mehr wurden 2017 mit der Girocard bezahlt, sodass der Gesamtbetrag nun bei 110,3 Mrd. Euro liegt. Damit beträgt der Anteil der Girocard am Einzelhandelsumsatz mehr als ein Viertel. Begünstigt wird die Entwicklung nach Angaben des EHI durch den technologischen Fortschritt, der in erster Linie in der Möglichkeit des kontaktlosen Bezahlens liege. Wie die Kölner mitteilen, wird das kontaktlose Bezahlen mit der Girocard derzeit von über 56% der Händler angeboten. Interessant dabei: Im Vorjahr waren es lediglich 7%. „Bis Ende des Jahres werden drei Viertel der großen Handelsunternehmen in Deutschland das kontaktlose Bezahlen eingeführt haben“, teilt das EHI mit.

Dagegen haben Kreditkartenzahlungen lediglich eine Steigerung von 0,4 Prozentpunkten auf einen Anteil von 6,5% erreicht. Dies liege auch an einer "stetigen Erhöhung diverser Zusatzgebühren", so das Institut. Dadurch werde die Akzeptanz von Kreditkartenzahlungen im Handel abgeschwächt.

Umsatzanteile verloren hat vor allem das Bargeld, aber auch das unterschriftenbasierte SEPA-Lastschriftverfahren, das nun noch bei 12,6% (-0,8 Prozentpunkte) liegt. Nur noch jeder zweite im deutschen Einzelhandel umgesetzte Euro wurde 2017 bar bezahlt. Im Jahr zuvor waren es noch 51,3%. Doch auch wenn der Anteil weiter gesunken ist, heißt das nach Auffassung des EHI nicht, dass die Kunden bald keine Münzen und Scheine mehr mit sich führen. „Bargeld bleibt das beliebteste Zahlungsmittel deutscher Kunden“, teilen die Kölner mit. Vor allem kleine Einkaufsbeträge würden bevorzugt bar bezahlt. So würden immer noch 77,2% (Vorjahr: 77,9%) der Einkaufe mit Münzen und Scheinen beglichen. Aus Sicht der Händler bleibe das Bargeld auch in den kommenden fünf Jahren bei Beträgen unter 30 Euro die dominierende Zahlungsart.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Die Bereitschaft der Händler in ihre Payment-Infrastruktur zu investieren, befindet sich derzeit auf dem niedrigsten Niveau seit Beginn der Erhebungen des Instituts zu diesem Thema. Befragt hat das EHI 460 Unternehmen mit 85.000 Betrieben aus 35 Branchen. Von den großen Handelsunternehmen planen zurzeit nur noch 33,8% (Vorjahr: 47,2%) zu investieren. Grund für die Zurückhaltung seien fehlende Perspektiven. „Die Händler scheinen auf marktfähige mobile Payment-Lösungen zu warten“, so die Kölner. Auch Instant Payments werde aufgrund der hohen Sicherheit und Liquidität als Hoffnungsträger gesehen.

Bei den Kunden sind innovative Zahlungsmethoden offenbar ebenfalls gefragt. Einer Studie der Kreditkarten-Gesellschaft Mastercard zufolge steht jeder vierte Europäer kontaktlosen Zahlungen, zum Beispiel mit Smartwatch, Armband, Schlüsselanhänger oder anderen Wearables aufgeschlossen gegenüber. Die Anzahl der kontaktlos durchgeführten Transaktionen mit Mastercard und Maestro sei in Europa im vergangenen Jahr um 145% gestiegen – in Deutschland sogar um 213%, teilt Mastercard mit.