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HDE will schweren Ladendiebstahl noch stärker bekämpfen

Der HDE sieht beim Thema Ladendiebstahl noch keine zufriedenstellende Entspannung. Die jährlichen Investitionen des Handels von rund 1,3 Milliarden Euro in Alarmsysteme, Videoüberwachung oder Ladendetektive zeigten jedoch Wirkung: So sei nach der in der vergangenen Woche veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistik die Zahl der Ladendiebstähle in Deutschland 2017 im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Der Siegeszug des Online-Handels und die demografische Entwicklung werden zunehmend zu einer Bedrohung für kleine Einzelhändler. Nach einer am Mittwoch veröffentlichten Branchenumfrage des Handelsverbandes HDE rechnen mehr als die Hälfte der Läden mit weniger als fünf Beschäftigten in diesem Jahr mit Umsatzrückgängen. Dabei spielen gerade die kleinen Händler für das Stadtbild nach wie vor eine große Rolle: Sie stehen zwar nur für 10 Prozent des Umsatzes, aber für 54 Prozent der Standorte.

Schon im fünften Jahr in Folge dominieren bei den angemieteten Flächengrößen diejenigen unter 100m² sowie die bis 250m². Zusammengefasst entfielen auf diese beiden Größenkategorien im ersten Quartal rund 60% aller Abschlüsse. Nur bei jedem zehnten Vertrag handelte es sich um Flächen von mehr als 1000m². Insgesamt umfasste das vermietete Volumen 119.400m², was einem Rückgang von rund 5% im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum entspricht. Allerdings stieg die Anzahl der Vermietungen um 9% auf 268.

"Der Rückgang bei den Ladendiebstählen in Deutschland ist zwar eine sehr erfreuliche Entwicklung. Dennoch verursachen die Täter Jahr für Jahr einen Schaden in Höhe von mehr als zwei Milliarden Euro", so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die Zahl der schweren Ladendiebstähle sank – genau wie die Gesamtzahl der Ladendiebstähle – laut Polizeilicher Kriminalstatistik 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 6,6 Prozent.

Jetzt gehe es darum, den Abwärtstrend insbesondere bei der Zahl der schweren Ladendiebstähle weiter zu beschleunigen. "Deshalb muss der im Koalitionsvertrag enthaltene Pakt für den Rechtsstaat schnell in den Ländern umgesetzt werden, damit Polizei und Justiz personell besser ausgestattet werden", so Genth weiter.

Nur mit ausreichend Personal sei dauerhaft auch in der Praxis eine konsequentere Bestrafung von bewaffneten oder bandenmäßig organisierten Ladendieben möglich.

Außerdem fordert der HDE eine konsequentere Strafverfolgung bei schwerem Ladendiebstahl. Denn viele Händler erstatten angesichts der geringen Aufklärungsquote keine Anzeige mehr.

Dementsprechend liegt die geschätzte Dunkelziffer der nicht angezeigten Delikte bei 98 Prozent. Deshalb setzt sich der HDE für eine Erweiterung des Strafrahmens und eine Verringerung der Spielräume der Justiz für Verfahrenseinstellungen ein. Denn derzeit werden zu viele Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt.

Von schwerem Ladendiebstahl spricht man, wenn die Täter Waffen mit sich führen, bandenmäßig agieren oder gewerbsmäßig vorgehen.

von Rüdiger Oberschür