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Retail

Technische Spielereien für den POS

Die Messe Viscom ist ein Eldorado für kreative Werbe- und Marketingprofis. Sie bietet den berühmten Blick über den Tellerrand: Display am POS, Digital Signage-Lösungen und virtuell in Szene gesetzte Produktpräsentation. Technik, die begeistert. Von Kirsten Reinhardt

Viscom-Director Petra Lassahn legte bei der Organisation der Viskom 2016 in Frankfurt a.M. besonderen Wert auf die Zielgruppe Handel: „Für Retailer ist der haptische Kontakt elementar. Auch wenn manche gerne den stationären Handel für tot erklären, ist es doch eher so, dass immer mehr Online-Shops zusätzlich stationäre Geschäfte eröffnen, allen voran die großen Player wie Amazon Books oder Google. Daher haben wir die Retail Area neu mit Lösungen und Best Practice-Beispielen für den POS konzipiert.“  


Wie digital ist der moderne Laden?

Für den Handel war der Vortrag von Hannah Sondermann und Caroline Zöller von The Retail Akademie aus Köln interessant: Wie digital ist der Laden heute? Die beiden zeigten positive und negative Praxisbeispiele aus aller Welt. Als Paradebeispiel für die gelungene Integration von digitalen Installationen wurden die Adidas-Stores genannt. Auch ein Beispiel von C & A aus Sao Paulo kam gut weg; dort können die Kunden auf den Kleiderbügel-Displays sehen, wie oft ein Kleidungsstück bei Facebook geliked wird; das kommt bei der jungen Generation bestens an. „Kundenfreundlich müssen die Installationen sein, sonst geht der Nutzen verloren“ , erklärte Caroline Zöller. „Technik soll begeistern. Es geht um eine optisch attraktive Integration in den Ladenbau, schön fürs Auge, interaktiv und dazu noch informativ“, empfiehlt die Retail Expertin. Allein die Frage, wie und wo man einen Screen einbaut, sollte gut überlegt werden.

Man kann viel falsch machen

Anhand der Negativbeispiele war klar zu erkennen, was gemeint war. Bildschirme die zu tief installiert sind, so dass sich die Verbraucher bücken, ja sogar verrenken müssen, um zu lesen. Infoscreens, wo die Kabel hässlich und sogar gefährlich runter hängen oder Infoscreens, die so mit Informationen überfrachtet sind, dass es unübersichtlich wird. Ein weiteres Negativ-Beispiel: „Auf Schaufenstern wird gerne der QR-Code zum Shop angepriesen. Aber zum scannen müssen sich die Passanten bücken und wer das tat, wurde doppelt enttäuscht, denn die Website existierte nicht. Das ist nichts!“, schimpfte Zöller. „Wenn Sie Digitale Signature inszenieren, dann denken Sie an den Erlebnisfaktor und den Kundenkomfort. Die neueste Technik muss es dagegen nicht sein.“

Fotowände, Hologramme und Leuchtteppiche

Beim Messerundgang fielen sofort die vielen großen Displays und Leucht-Fotowände in unglaublicher Farbbrillanz ins Auge, z.B. von Pixlip, Langenfeld. Mit Regalträgern und Anbauteilen entstehen exklusive Präsentationsflächen. Der Hersteller von holographischen Displays, dsXpress aus Elmenhorst, zeigte zusätzlich Neues: Luminous Carpets. Das ist ein spezieller Teppich des Herstellers Desso, der lichtdurchlässig ist. Auf diesem Teppich läuft eine per Smartphone programmierte Schrift oder ein Logo, auch wenn man darauf steht. Dafür sind im Boden LEDs in einem Panel verbaut.

Social-Media Inhalte einbinden

Life Reach aus Münster bietet ein Cloud-basiertes System, um Social Media-Content am POS zu moderieren und zu bespielen. Peter J. Bakalov erklärt: „Es geht darum, dass Displays gut mit Inhalten in Echtzeit bespielt und Informationen von Social Media-Inhalten wie Facebook eingebunden werden.“ Das funktioniert mit Hilfe einer Software.

Virtuelle Promotoren und reales Papier

Intellispot TV aus Heppenheim entwickelte virtuelle Promotoren mithilfe von Hologrammen. Damit kann eine menschliche Silhouette dargestellt werden. Die Technik funktioniert über Rückprojektion per Beamer, die auf eine spezielle Plexiglasfläche mit Kristallen projiziert wird. Das Fotostudio in verschiedenen Größen stellte die Firma Orbitvu aus Berlin vor. „Damit lassen sich freigestellte Produktaufnahmen in 2-D oder 360° leicht aufnehmen, zum Beispiel zur Bestückung eines Onlineshops.“ Es gab auch Interessantes zu entdecken, das ganz ohne Strom auskommt: Produkte aus Papier oder Karton, z.B. schicke Möbel, Tische, Sessel und Stehlen für Monitore von Paper Town aus Wien.