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Seid schlau - Stoppt den Klau

Das beste Rezept gegen Ladendiebstahl oder andere Betrügereien sind aufmerksame und geschulte Mitarbeiter. Handelsberater Hans Günter Lemke klärt in seinem neuen Buch „Seid schlau - Stoppt den Klau“ auf und gibt zahlreiche Tipps zur Prävention.

„Wir leben aktuell in einer Welt, in dem immer mehr Gewalttaten, Diebstähle und Betrügereien ausgeführt werden. Ladendiebstahl ist ein existenzielles Problem im Handel“, weiß Hans Günter Lemke, Handelsberater aus Porta Westfalica, der seit 1998 als selbständiger Trainer, Handelsberater und Buchautor tätig ist. Sein neuestes Buch „Seid schlau - Stoppt den Klau“ ist seit August im Handel."Mein Fachbuch ist für alle geschrieben, die sich mit der Thematik "Sicherheit im Geschäft" und "Ladendiebstahlverhütung" intensiver beschäftigen wollen, um das Inventurergebnis zu verbessern." Dreh- und Angelpunkt sind die Mitarbeiter, die sensibilisiert werden sollten, denn jeder einzelne Diebstahl bedeutet:

die Ware ist weg = Totalverlust des Einkaufswertes,
der notwendige Mehrumsatz zum Ausgleich ist oft nicht zu schaffen,
Gefahr der Unwirtschaftlichkeit eines Geschäftes,
Ladendiebstahl kann Arbeitsplätze gefährden,
ein Erfolgserlebnis für den Dieb. Wiederholung durch den Dieb ist sehr wahrscheinlich.

Lemke empfiehlt: „Machen Sie den Mitarbeitern anhand von praxisnahen Zahlen die Verluste deutlich. Ein Rechenbeispiel auf Verkaufswertbasis: Der Verkaufswert gestohlener Artikel beträgt 100 Euro. Der Nettogewinn beträgt ca. 5 %, also 5 Euro. Bei Diebstahl dieses Artikels müssten 20 gleichwertige Artikel zusätzlich verkauft werden, um diesen Verlust auszugleichen. Notwendiger Mehrumsatz für diesen einen gestohlenen Artikel 2.000 Euro!“

Wer stiehlt? Gelegenheit macht Diebe!

Umfragen zeigen: Die Einstellung unserer Gesellschaft zu fremden Eigentum hat sich gewandelt. Nur noch etwa 10 % der Menschen würden niemals an fremdes Eigentum gehen. Ladendiebe kommen aus allen sozialen Schichten und Altersgruppen. Deshalb auch der Spruch: Gelegenheit macht Diebe! Der Buchautor betont: „Die Diebstähle werden in über 50 % von bekannten Kunden, meist sogar von Stammkunden, ausgeführt.“ Unterschiede gibt es beim Geschlecht: 62 % aller Ladendiebstähle werden von Männern begangen. Und es gibt laut der polizeilichen Kriminalstatistik 2016 Unterschiede in der Altersstruktur:

unter 14 Jahre: Anteil von 8,1%
14-18 Jahre: Anteil von 14,4%
18-21 Jahre: Anteil von 6,6%
ab 21 Jahre: Anteil von 70,9%
ab 60 Jahren: Anteil von 13,3%

Wann wird am meisten gestohlen?

Geklaut wird an allen Wochentagen und zu jeder Tageszeit. Dabei geht der Trend mehr in die späteren Ladenöffnungszeiten. Geschäfte haben heutzutage länger geöffnet und das Personal ist zum Feierabend hin weniger aufmerksam und konzentriert. „Es sind jedoch Unterschiede festzustellen, wie eine ältere Handelsstudie, die ich mit eigenen Daten ergänzt habe, aufzeigt.“

09-10 Uhr 3,7%
10-11 Uhr 7,3% Hausfrauen und Rentner
11-12 Uhr 10,6% Beamte, Selbständige, Rentner
12-13 Uhr 10,9% Schüler
13-14 Uhr 11,8% Angestellte, Arbeitslose, Rentner
14-15 Uhr 10,9% Hausfrauen, Jugendliche
15-16 Uhr 11,8% über 60-Jährige
16-17 Uhr 14,7% Hausfrauen, Studenten
17-20 Uhr 18,3% alle Schichten

Die Monate mit den höchsten Diebstahlquoten sind März, April sowie die Vorweihnachtszeit. Im November und Dezember werden rund die Hälfte aller Ladendiebstähle angezeigt. Deshalb sollte in dieser Zeit das Verkaufspersonal besonders sensibilisiert werden. Lemke empfiehlt: „Bereits die aktive Begrüßung der Kunden ist ein Mittel zur Diebstahlvorbeugung. Mit Ihrer Begrüßung signalisieren Sie sofort: Ich habe dich bemerkt.“

Wie versuchen es die Diebe?

Hans Günter Lemke weiß, dass es wichtig ist, die diebstahlgefährdeten Artikel zu kennen, um Sicherungsmaßnahmen einleiten zu können. Ladendiebe konzentrieren sich auf teure, kleinteilige Waren, in erster Linie Markenartikel, aber auch Accessoires oder Dessous. Leider gibt es nicht den typischen Ladendieb, der sofort auf einen Blick beim Betreten eines Geschäfts zu erkennen ist. Aber ein Gelegenheitsdieb, der „ab und zu“ klaut, verhält sich meist anders als der ehrliche Kunde, weil er unter einer gewissen Anspannung steht, was häufig am Verhalten und Bewegungen zu erkennen ist:


die Person läuft scheinbar ziellos herum und besucht auffällig häufig verschiedene Abteilungen,
die Person verfolgt die Abläufe im Geschäft,
die Person meidet bewusst den Kontakt mit Verkaufsmitarbeitern,
die Person steht länger vor einem Verkaufsregal, so dass nicht zu sehen ist, was sie macht,
eine Kundengruppe schirmt sich gegenseitig ab,
zwei Personen trennen sich sofort bei Betreten des Geschäfts und gehen auffällig in verschiedene Richtungen,
Personen behalten Sonnenbrillen oder Mützen an, damit sie nicht leicht zu erkennen sind,
Personen führen große, offene Handtasche mit sich.

Welche Warenbetrügereien beliebt sind, zeigt das Kapitel 9 „Die Top Tricks der Diebe und Betrüger“. Lemke fügt zu jedem Trick das Verkäuferverhalten zur Vorbeugung bei. Behandelt werden der „Taschen- oder Kinderwagen-Trick“, der „Umetikettier-Trick“ und „Alt gegen Neu-Trick“ oder der Regenschirm- oder Helm-Trick. Im Modehandel gehören neben den Umkleidekabinen die Kundentoiletten zu den besonders beliebten Orten für Ladendiebe. Wenn alle Verkaufsmitarbeiter die Tricks und Problembereiche kennen, sei es möglich, Ladendiebstählen gezielt, manchmal auch mit technischem Einsatz oder durch Umplatzieren der Ware, vorzubeugen.

Seid schlau - Stoppt den Klau Hans Günter Lemke, 100 Seiten, Taschenbuch, 14,99 Euro incl. MwSt., Epubli Verlag, ISBN: 978-3-7450-0461-8 Neu bei Amazon, Bücher.de oder unter: www.lemke-training.de