No. 1 in Pronto Moda in Germany

Retail

Perlen der Peripherie

Erst zwei Jahre im Markt und immer noch äußerst expansionsfreudig, so präsentieren sich die Inhaberinnen der beiden Damenmode-Boutiquen "Schönes im BLICKfang" in der Peripherie von Mönchengladbach. Sie sprechen von Bauchentscheidungen, die sie treffen, die jedoch im Augenlick des Entstehens in ein Konzept zu münden scheinen. Sie leben das Geschäft mit schnelllebiger Ware - Pronto Moda at its best.

Im Gespräch mit Astrid Henschel und Daniela Wiederstein merkt man sofort, dass beide ihren Traum leben und für ihr Business brennen. Astrid Henschel ist im Team mehr für die Zahlen zuständig, was nicht bedeutet, dass sie bei der Mode kein Mitspracherecht hätte. Daniela Wiederstein ist die eher Kreative, die neben dem Einkauf auch die Shopgestaltung verantwortet. In beiden Filialen zusammen arbeiten insgesamt fünf hochmotivierte Frauen im Verkauf, zwei festangestellte und drei Aushilfen, zwei davon Rentnerinnen plus eine junge Mutter.

Mode von Kopf bis Fuß

Ihr erstes Geschäft eröffneten sie im November 2015 in Rheindahlen, einer seit den 70er Jahren zu Mönchengladbach gehörenden Gemeinde mit eigener Infrastruktur und lebhaftem kulturellem Leben. Das Ladenlokal liegt in Sicht- und Laufweite vom Marktplatz mit der imposanten Kirche. Es war quasi vom Start aus ein Erfolg. Die Kundenstruktur hier setzt sich aus Stammund Laufkundschaft zusammen. Gefragt ist Mode von flippig bis sportlich. Sie bedienen ihre Kundinnen mit Sachverstand, moderaten Preisen und einem geschickten Händchen für Trends, Materialien und Farben mit Mode von Kopf bis Fuß. Das größte Kompliment, das sie ernten können, sind Kundinnen, die sagen: "Wie wunderbar, dass ich nicht in die Stadt muss, um mich für einen bestimmten Anlass oder einfach zur neuen Saison einzukleiden."

Auch Accessoires gehören natürlich zum Sortiment, seien es Schals, im Winterhalbjahr auch Mützen, Kleinlederwaren, Taschen oder Modeschmuck und Uhren. Auch Schuhe sind beim Total Look dabei. Eingekauft wird im Doppelpack, mindestens einmal pro Woche (genau so oft wechselt das Schaufensterbild), bei Bedarf gehen sie auch zwei- bis dreimal nach Neuss. Im Sortiment gibt es keine Vororderware, man weiß, dass die Kundinnen regelmäßig stöbern und neue Bilder sehen wollen. Eingekauft wird nichts, was nicht selbst anprobiert wurde, (was nicht alle Lieferanten erfreut), aber "wie sollen wir unseren Kundinnen etwas zur Passform sagen, wenn wir es selbst nicht wissen", so die Inhaberinnen. Nachsteuern per Onlinebestellung ist nicht ihr Ding - sie bevorzugen den Live-Kontakt. Da nehmen sie lieber den Weg in Kauf und besorgen die Ware vor Ort.

Einkaufserlebnis in der Wohlfühloase

Bei der Gestaltung der Geschäftsräume und beim Umgang mit den Kundinnen sind die beiden Damen quasi dem Bild gefolgt, das sie von einer Boutique hatten, in der sie selbst gerne einkaufen würden. Die Möbel sind schlicht und weiß mit klaren Strukturen, um der Ware den passenden Rahmen zu bieten. Der Gesamteindruck ist gemütlich. Es gibt Kaffee oder auch etwas Süßes, gelegentlich einen Prosecco, um das Einkaufserlebnis abzurunden. Um die Nähe zu den Kundinnen zu vertiefen, nimmt man in Rheindahlen am traditionellen "Kappesmarkt" teil, sogar mit einer Modenschau. Eine Facebookseite bespielt man regelmäßig mit äußerst positiver Resonanz. Auch beim Nikolausmarkt ist man dabei. Dieser wird sowohl in Rheindahlen als auch in Hardt abgehalten, seit November 2016 Standort der zweiten Boutique. Auch Hardt gehört zu den bis in die 70er Jahre eigenständigen Gemeinden mit langer Geschichte, die nach Mönchengladbach eingemeindet wurden, hat jedoch eine etwas andere Kundenstruktur, mit einem höheren Anteil älterer Kundinnen mit weniger Sinn für allzu Flippiges. Auch dieser Standort findet sich in Kirchnähe in der Ortsmitte.

Auf die Kundschaft zugeschnitten

Damit die Kundinnen in beiden Geschäften zufrieden gestellt werden können, kauft man strikt nach Klientel. Beide Standorte führen eine Kundendatei, in der neben dem Namen und der Telefonnummer auch Konfektionsgröße und farbliche Vorlieben festgehalten sind. Um möglichst viele Damen glücklich machen zu können, sind in den Sortimenten auch Anschlussgrößen und Große Größen im Angebot, sie sind aber ins Programm integriert und werden nicht separat herausgestellt. Bei den Hosen wird auf eine weibliche Passform Wert gelegt, die der Tatsache Rechnung trägt, dass es die meisten Frauen "um die Taille herum" gerne etwas bequemer haben, auch wenn es ansonsten eine rattenscharfe, destroyed Röhre ist. Oberteile gibt es in taillenkurz, aber auch in schmeichelnden Tunikalängen, boxy, leger oder schmal ganz wie es die aktuelle Mode anbietet. Beim Modeschmuck wird darauf geachtet, dass ein vernünftiges Preisgefälle zwischen Bekleidung und Accessoires gewahrt bleibt. "Den Kundinnen würde das Verständnis dafür fehlen, wenn die Ketten wesentlich teurer als die Shirts wären", sagt Astrid Henschel. Im IMOTEX geht man regelmäßig zu YOUR&SELF, Dong Fang, 5people!s, Bhatti, Esvivid mit Evi oder Welcome, lässt sich aber auch spontan inspirieren.

Zukunftsmusik

Die Lust auf Expansion ist bei Astrid Henschel und Daniela Wiederstein noch nicht befriedigt. In Planung - und in dieser Hinsicht mit der Anmietung eines Ladenlokals schon weit fortgeschritten - ist ein reiner (Damen-)Schuhladen, ebenfalls in Rheindahlen und nur ein paar Meter von der Boutique entfernt auf derselben Straße. Der Verkaufserfolg bei Schuhen war so groß, dass die Lagerhaltung für Schuhe parallel zur Mode schwierig wurde. Außerdem machte es so viel Spaß, dass man das Wagnis eingehen wollte. Damit alles etwas übersichtlicher wird, arbeiten die Damen an der Corporate Identity ihres Unternehmens. Einheitliche Tüten für alle Geschäfte sind in Planung, der Auftritt soll sich gleichen. Der Schriftzug "Schönes im BLICKfang" wird auf die Tüten übernommen und die Hinzunahme von Instagram als weiterer Social Media Kanal wird diskutiert. Zu einem Nähatelier besteht ein Kontakt, für kleinere Reparaturen oder zum Umsäumen. Bislang wurde er allerdings noch kaum benötigt. Wenn alles gut läuft ... die Damen lassen für die Zukunft alles offen, vielleicht kommt noch der eine oder andere Vorort als Standort hinzu, möglich wäre es und die Handelslandschaft würde es auf jeden Fall bereichern, wenn man nicht zum Shoppen in die Stadt müsste.

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Aktikel 06
li.: Daniela Wiederstein, re.: Astrid Henschel
Aktikel 03
Die Filiale in Mönchengladbach-Hardt.