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Retail

Kunden finden und binden in der digitalen Welt

Mitte September war Köln der zentrale Hot Spot der Digiconomy: 1.013 Aussteller versammelten sich unter dem Motto „Digital is everything – not every thing is digital“ auf der Messe dmexco 2016.

Die großen Player wie Amazon, Facebook, Google oder Payback waren ebenso da wie die Spezialisten für den Fashionhandel. Dazu Digital-Trends mit Spaßfaktor wie herum spazierende Roboter und Virtual Reality mit 360°-Videos. „Kaum eine Branche hat sich in den vergangenen zwei Jahrzenten so rasant entwickelt wie die digitale Wirtschaft .

Die menschliche Arbeitskraft wird sicherlich nicht ersetzt werden, aber der digitale Markt wächst und verändert das Konsumverhalten und die Kommunikation. Digital ist ein existenzieller Wettbewerbsfaktor“, erläuterte Matthias Wahl, Präsident Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V. Das betrifft auch den digitalen Werbemarkt, erklärten Christian Muche und Frank Schneider, beide dmexco: „Digitale Werbung ist zwischenzeitlich eine alternative Art, Werbung zu buchen. Wachstumsprognose im Bereich digitale Display-Werbung, online und mobil, liegt für das Jahr 2016 bei über 6 Prozent. Das ist ein geschätzter Gesamtumsatz von 1,782 Milliarden Euro.“

An Technik langsam heran arbeiten

Die Technik-Euphorie teilen im Modeeinzelhandel allerdings viele nicht. Aber ist es eine gute Idee ohne Social Media, Online-Werbung und Online-Shop auszukommen? Nein, ist Jan Möllendorf, Mitinhaber von Defacto aus Erlangen, überzeugt. Er kennt die Textilbranche genau. „Früher reichte es, die richtigen Marken zu zeigen; wenn man dann noch der Platzhirsch am Ort war, stimmte auch die Frequenz. Heute heißt es Daten, Daten, Daten. Durch gezielte Marketing-Aktionen, Social Media, Online-Werbung plus Marken und Beratungskompetenz ist man heute richtig aufgestellt. Das gilt auch für kleine Geschäfte. Eins ist aber klar: wenn man Daten sammeln möchte, braucht man die entsprechenden Genehmigungen.“ Ein weiteres Angebot von Defacto ist E-Commerce und deren optimale Datenanalyse, um das Zusammenspiel von Laden und Shop zu optimieren. „Wer den Kunden über alle Kanäle ansprechen will, sollte sich zu Beginn mit einem Online-Shop klein heran arbeiten.“ Die richtige Technik sei ebenso wichtig wie das richtige Teilsortiment.

Geschäftsabwicklung per Einkaufstasche

Um die personalisierte Kundenansprache ging es auch bei Adobe Marketing. Speziell für die Modewelt waren Anwendungen, wie z.B. die intelligente Shoppingbag aufgebaut: „Damit kann ein registrierter Kunde, der seine Erlaubnis dazu gegeben hat, mit der Waren in der Einkaufstasche aus dem Geschäft gehen – ohne an der Kasse zu bezahlen,“ erklärte Günter Kraemer von Adobe und zeigte die rote Tasche auf dem Messestand. Der Kassenzettel und die Abbuchung werden papierlos über eine App an den Kunden versendet. Auch hier ging es um die Optimierung der Daten, die über eine Adobe Cloud-Plattform zur Verfügung stehen. So kann ein Mitarbeiter ortsungebunden Informationen für oder über Kunden abrufen, zum Beispiel über ein Tablet oder ein Smartphone. Es können vereinheitlichte Digital-Marketing-Pläne erstellt werden: technisch können sämtliche Marketing-Werkzeuge in einer einzigen integrierten Lösung optimiert werden, vom Daten-Management bis hin zu Werbung über Social Media-Plattformen. Immer vorausgesetzt, der Kunde hat dem zugestimmt.

Facebook für SMEs

Eine der größten Social-Media-Kanäle ist Facebook, rund 30 Millionen Menschen nutzen die Plattform in Deutschland. Grund genug für einen Fashionhändler, sich dort mit seinem Unternehmen zu präsentieren – zumal der Basiseintrag kostenlos ist. `Digital Durchstarten´, so heißt die Initiative von Facebook, um kleine und mittlere Unternehmen bei der Kundensuche zu unterstützen. Sygne Dorenburg erklärte praxisnah: „Am besten gehen Sie über den PC in den Werbemanager. Dann klicken Sie das Werbeformat Video-View an und stellen ein Video über ihr Geschäft ein. Wer kein Video hat, dem empfehlen wir fünf bis acht Fotos über die Foto-Slideshow einzufügen. Damit können Sie die aussagekräftigsten Dinge über das Geschäft zeigen: Bilder vom Laden, vom Team, von den Marken, von den Events. Dazu ein kurzer Text von maximal 90 Zeichen. Nächster Schritt ist die Auswahl der Zielgruppe. Starten Sie werblich mit einem kleinen Budget, zum Beispiel 50 Euro, um das neue Profil zu testen.

“Dorenburg betonte weiter, dass es nicht auf Likes ankomme. „Das ist als Ziel wenig relevant, wichtiger ist, dass Sie über Facebook neue Kontakte auf die Webseite oder den Web-Shop generieren, zum Beispiel auf die Modeangebote oder die Events.“ Zum Schluss sei die Messung wichtig, damit man weiß, wer über die Werbung auf die Webseite kommt. Wieder geht es um Daten-Analyse. Dafür gibt es das Instrument `Facebook-Pixel´, das im Werbeanzeigenmanager über den Klick `Pixel erstellen´ kostenlos installiert werden kann.